Was macht ein Büro für Konferenzdolmetschen?
Konferenzdolmetschen ist das Dolmetschen an Konferenzen, Generalversammlungen und Tagungen, meist simultan aus einer Kabine über Kopfhörer, und wird von dafür ausgebildeten Konferenzdolmetscherinnen und -dolmetschern im Team geleistet.
Generalversammlungen, Fachkongresse, Verbandsversammlungen und internationale Treffen in der Schweiz finden oft in mehreren Sprachen statt. Beim Simultandolmetschen sitzen die Dolmetschenden in einer schallisolierten Kabine, hören die Rede über Kopfhörer und dolmetschen gleichzeitig; das Publikum hört über Empfänger mit. Weil die Arbeit sehr konzentrationsintensiv ist, wechseln sich Dolmetschende in einer Kabine in kurzen Abständen ab.
Ein Büro für Konferenzdolmetschen stellt das Team zusammen, plant die Sprachkombinationen und organisiert auf Wunsch die Dolmetschtechnik: feste oder mobile Kabinen, Empfänger, Mikrofone und Techniker. Für Kabinen gibt es internationale Normen (ISO 17651-1 für feste, ISO 17651-2 für mobile Kabinen, beide von 2024). Bei hybriden Veranstaltungen und Ferndolmetschen über Plattformen kommen Anforderungen an Tonqualität und Verbindung dazu.
Besonders in Genf, wo zahlreiche internationale Organisationen ihren Sitz haben, ist Konferenzdolmetschen verbreitet. Der internationale Berufsverband AIIC hat eine Schweizer Region und legt Berufs- und Arbeitsstandards für seine Mitglieder fest.
Kosten und Abrechnung
Konferenzdolmetschen wird meist pro Dolmetscherin und Tag oder Halbtag abgerechnet; dazu kommen Vorbereitung, Reise und Spesen. Die Dolmetschtechnik wird separat offeriert, oft von einer spezialisierten Technikfirma. Kostentreiber sind die Zahl der Sprachen, die Dauer (längere Tage brauchen grössere Teams) und Aufnahmen oder Übertragungen, für die Rechte vereinbart werden müssen.